Beschreibung der Tour:
Genussvolle Rundwanderung am Hopfensee mit Allgäu-Panoramablick, Eisenberg, Kapellen, Weidewegen und stillen Dörfern.
Kurzbeschreibung:
Parkplatz - Heimenerbichl mit Allgäu Blick - Heimen - Oberdrill - Weizern - Eisenberg - Speiden - Sportsplatz - Unterreuten - Hopferried - Sühnenkreuz - Buchen - Hinterberg - Feldkapelle Hinterberg - Reinertshof - Hopfensee - Parkplatz
Informationen und Sehenswertes zur Tour:
Zeitlicher Überblick der Entstehung:
Spätmittelalter (bis ca. 1500): Entstehung erster einfacher Bildstöcke und Sühnekreuze (wie das bei Wiedemen).
Barocke Blütezeit (ca. 1650 – 1780): Das "Goldene Zeitalter" der Allgäuer Kapellen (z. B. Speiden 1644, Unterreuten 1700, Vordersulzberg ca. 1700). Hier entstanden fast 80 % der historischen Kleindenkmale.
Historismus (19. Jahrhundert): Viele Kapellen wurden renoviert oder im neugotischen/neubarocken Stil neu gebaut.
Moderne (20. Jahrhundert bis heute): Fortführung der Tradition mit neuen Akzenten, wie die Kapelle St. Maria Magdalena in Rieden (2014).
Die Kapellendichte rund um Seeg, Hopferau und Roßhaupten ist das Ergebnis einer tiefen Volksfrömmigkeit, die ihre Blütezeit vor allem zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert (Barock und Rokoko) erlebte. Nach den verheerenden Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges und der Pestwellen entstand das Bedürfnis, die Landschaft mit einem schützenden Netz aus Heiligtümern zu überziehen. Der Grundgedanke war dabei stets die Verbindung von Schutz und Dank: Feldkapellen wie in Hinterberg dienten dem Segen der Flur und des Viehs bei Prozessionen, während Votivkapellen aus persönlichen Versprechen nach überstandener Not errichtet wurden.
Besonders die Nothelfer-Kapellen fungierten als spirituelle Anlaufstellen für die spezifischen Sorgen des bäuerlichen Alltags, da man jedem der 14 Heiligen eine besondere Zuständigkeit für Krankheiten oder Unwetter zusprach. Ob als prachtvolle Hauskapelle eines stolzen Hofes oder als schlichte Wegkapelle an einer Wegkreuzung – diese Bauten waren in einer Zeit ohne moderne Versicherungen der sichtbare Versuch, das Schicksal durch göttlichen Beistand günstig zu stimmen. Sie bilden bis heute ein einzigartiges baukulturelles Archiv, das zeigt, wie eng das Überleben der Menschen im Allgäu mit ihrem Glauben an den Schutz des Himmels verwoben war.